\documentclass{article}

\begin{document}
\section{Businessmodelle}

Ganz ohne Geld funktioniert Freie Software letztendlich auch nicht,
irgendwer muss schliesslich die Distributionen die man am Ende im
Laden kaufen kann zusammen packen und damit auch Geld verdienen damit
sich das ganze auch lohnt. Im Folgenden werde ich einen kleinen
"Uberblick dar"uber geben wie Firmen mit Freier Software Geld
verdienen k"onnen und in welchen bereichen das gut funktioniert und in
welchen eher nicht. Die Distributoren sind n"amlich nicht die einzigen
die mit Freier Software Geld verdienen.

\subsection{Distributoren}
Wie erwaehnt sind die Distributoren die ersten die ins Auge fallen
wenn es ums 'Geld machen' mit Freier Software geht. Nun was tun die
Distributoren? In erster Linie bundeln sie die Software die Frei im
Internet verf"ugbar ist, "uberdies hinaus schauen sie auch noch das
die ganze gebundelte Software ordentlich zusammen arbeitet und patchen
sie entsprechend wenn das nicht der Fall ist. Neben den Paketen, also
der fertig gepakten und gepatchten Software schreiben die
Distributoren aber auch selber Software, so schreiben sie zB Tools zum
(halb)automatischen Installieren von GNU/Linux oder Tools zum
verwalten desselbigen. Ausserdem sind die meisten Distributoren auch
erheblich an der Treiber entwicklung beteiligt, da sie letztendlich
ein grosses Interesse daran haben das die verkauften Distributionen
auf allen Rechnern problemlos zum laufen zu bringen sind und nicht
etwa an einer nicht unterstuetzten Grafikkarte scheitern, die
Ergebnisse dieser arbeit werden dann in der Regel als Freie Software
veroeffentlicht. Geld wird nun eingenommen indem die Distributionen
verkauft werden, wie andere Software auch.

Neben dem verkaufen haben die Distributionen aber auch noch eine
andere, vermutlich deutlich ergiebigere Einnahmequelle. Sie leisten
n"amlich Support f"ur diversen Firmen und betr"auen die dortingen
GNU/Linux Distributionen.

\subsection{Support}
Support ist letzendlich eine wichtige Dienstleistung wenn es um
Software geht und gerade hier bietet Freie Software eine gute
M"oglichkeit Geld zu machen. So k"onnen sich Firmen zum Beispiel um
GNU/Linux installationen k"ummern und "ahnliches. Allerdings
funktioniert das ganze in der Regel nur ordentlich wenn man schon auf
fertiger Freier Software aufbaut. Neue Freie Software wird beim
Support nicht, bzw. nur in kleinen Rahmen geschrieben.

\subsection{Kleine Unternehmen}
Eine ganz andere Art mit Freier Software Geld zu verdienen kann von
kleineren Unternehmen die Software herstellen praktiziert werden.
Firmen die Spezialsoftware auf Anfrage erstellen und nicht so sehr
davon leben eine einzige Software millionenfach zu verkaufen, k"onnen
durch Freie Software schlicht und ergreifend mehr Service bieten, bei
gleichzeitiger kosteneinsparung.

\subsection{Subscription Modell}
Ein ganz anderes Modell aus Freier Software Geld zu machen wird im
Augenblick von Transgaming\footnote{http:///www.transgaming.com}
versucht. Dort wird kein fertiges Produkt verkauft oder gar eines auf
Anfrage erstellt, stattdessen wird dort versucht eine Emulation f"ur
DirectX zu schreiben, diese w"urde es m"oglich machen das viele
herk"omliche Windows Spiele direkt unter GNU/Linux laufen k"onnten. Es
w"urde also letztendlich Windows f"ur einen grossen Anteil an
Benutzern "uberfl"ussig machen, die heute noch Windows als zweit
Betriebssystem benutzen f"ur Spiele. GNU/Linux selbst ist n"amlich
f"ur die Spiele Produzenten als Mark nicht interessant genug, da die
verbreitung daf"ur noch nicht gross genug ist, bzw. die selbst viele
GNU/Linux Benutzer immernoch ein Windows als zweit Betriebsystem
haben. Die Software die Transgaming herstellt w"are also f"ur eine
breite Nutzerschicht interessant. Nun wie funktioniert das
Businessmodelle nun? Das ist relative einfach, man meldet sich bei
Transgaming an und bezahlt einen Monatlichen Beitrag von 5 Dollar.
F"ur diesen Betrag bekommt man dann zugriff auf vorkompelierte Pakete
der Software und bekommt inbesondere ein Stimmrecht. Mit diesem
Stimmrecht kann man dann dar"uber abstimmen an welchem Problem als
n"achstes gearbeitet werden soll, hier also insbesondere die
kompatibilit"at zu einem bestimmten Spiel. Dar"uber hinaus bekommt man
den Quellcode der Software auch ohne den Betrag bezahlt zu haben
(dieser ist zwar im Moment \em{keine} Freie Software, da er nicht
komerziell Vertrieben werden darf, aber modifizieren des selben ist
erlaubt), allerdings hat man dann kein Stimmrecht und muss sich den
Source selber kompilieren. Wenn eine bestimmte Anzahl an Nutzern
vorhanden ist soll die Software auch komplett Freie Software werden,
die augenblicklichen Beschr"ankungen dienen im wesentlichen dazu
erstmal die User an sich zu binden und eine Nutzerbasis aufzubauen.
Die Chancen das, das ganze funktionieren wird stehen nicht schlecht.
Allerdings w"urden bis jetzt noch keine Nutzerzahlen angegeben, das
soll erst gegen M"arz 2002 passieren.

Im konkreten Fall k"onnte das ganze funktionieren da WineX ein grosses
Publikum anspricht und der Erfolg relative gut sichtbar ist, da
zugriff auf den Sourcetree der Entwickler ist Problemlos m"oglich. Die
Frage ist nun ob das auch f"ur andere Software funktionieren k"onnte?
Also das User direkt an die Entwickler bezahlen ohne Umweg "uber
Distributoren, Publisher oder "ahnliches.
Im wesentlichen gibt es da noch ein Problem und das ist das bezahlen.
F"unf Dollar sind zwar nicht viel Geld, aber wenn man bedenkt das man
vielleicht mehrere Projekte gleichzeitig unterst"utzen will ist das
vielleicht zu viel, besonders da vielleicht nicht jedes Projekt so
viel wert ist, vielleicht will man auch einfach nur jedem Projekt das
man nutzt einen Dollar zukommenlassen oder "ahnliches. Kurz gesagt das
Problem ist das noch kleinere Betr"age im Moment nicht effektiv
Transportiert werden k"onnen, da die Geb"uhren viel zu hoch sind
(Stichwort: Micropayment).

\subsection{Verz"ogerte Releases}

Eine weitere M"oglichkeit mit Freier Software Geld zu machen besteht
darin, die Software in den ersten ein oder zwei Jahren wie normale
Software zu verk"aufen und dann wenn sie keinen Gewinn mehr abwirft,
bzw. wenn eine neue Version rauskommt, die alte Software als Freie
Software freizugeben. Somit hat derjenige der warten kann eine
ordentliche Freie Software und der jenige der Bereit ist Geld
abzugeben bekommt immer die neueste Software. Als Beispiel w"ahre hier
Ghostscript\footnote{http://www.ghostscript.com} anzuf"uhren, die mit
GNU Ghostscript eine sehr wichtige Komponente f"ur ein GNU/Linux
System liefern, n"amlich sozusagen den Druckertreiber. Bei Ghostscript
ist die aktuelle Version immer kostenlos f"ur Private Nutzung und
kostet Geld f"ur kommerzielle Nutzung. Bei einer neuen Release wird
dann jeweils die vorherige Version unter die GNU GPL gestellt. Als
weiteres Beispiel w"are IDSoftware anzuf"uhren, die ihre indizierten
Spiele Doom und Quake, mehrere Jahre nach dem Release wenn sie
komerziell uninteressant geworden sind ebenfalls unter die GNU GPL
stellen, als einschr"ankung w"are hier aber zu erw"ahnen das nur der
Quellcode unter der GNU GPL steht, die Level und Grafiken muss man
sich weiterhin durch den kauf des Original Spieles erwerben.

Es gibt noch eine Sonderform von Verz"ogerten Releases, n"amlich
Software die mit Source Code ausgeliefert wird, aber bestimmte
Freiheiten einschr"ankt, in Regel die, die modifizierten Quellen
weiter zu verteilen oder bestimmte "anderungen vor zu nehmen. In der
Lizens ist dann festgehalten das die Software unter eine Freie Lizense
f"allt sobalt bestimmte Bedingungen nicht mehr erf"ullt sind, meist
etwas wenn die Firma bankrot geht oder sie die Software nicht mehr
maintaint. Der Nachteil an solch einem Modell ist, das es nicht klar
ist wann und ob in absebarer Zeit die Software "uberhaupt zu Freier
Software wird, problematischerweise w"urde sie es am ehesten werden
wenn man die Software nicht benutzt und so mehr oder minder den
Bankrot der Firma herbeif"uhrt. Ein Beispiel f"ur ein solches Modell
w"are zB Bitkeeper\footnote{http://www.bitkeeper.com}.

\subsection{Werbung}

Neben den besprochenen Businessmodellen gibt es auch noch eine recht
triviale Methode Freie Software im komerziellen Umfelt zu produzieren,
n"amlich sie sozusagen als Werbung herauszugeben. [FIXME]
 

\subsection{Fazit}

Businessmodelle um Freie Software profitabel zu erstellen gibt es
wenige, bzw. nur dann wenn die daraus Resultierende Software nur f"ur
sehr Spezialisierte Anwendungszwecke gedacht ist und dem entsprechend
der Nutzerkreis klein ist, am besten ist wohl 'Software
Produkt':'Nutzer' im Verh"altnis 1:1, denn dann kann die Freie
Software praktisch wie normale proprit"are Software verkauft werden.
Freie Software funktioniert nunmal nicht wie normale proprit"are
Software, wo man eine grosse Nutzerschaft dazu bringen kann ein
einziges Produkt zu kaufen, da jeder der das Produkt erwird, auch
damit das Recht erwirbt es weiter zu verbreiten.

Es gibt allerdings diverse auch gut funktionierende Modelle
Dienstleistung um Freie Software herum aufzubauen, wie man zB. bei
SuSE oder Redhat sehen kann. Dabei springen auch sehr viele, meist
kleinere, Freie Software Produkte heraus, die sind allerdings in der
Regel nur ein Nebenprodukt und eben nicht etwas womit eine Firma
grosse Gewinne machen kann. Es besteht hier also ein meist, aber nicht
zwangsl"aufig, ein ausgewogenes Verh"altnis zwischen zwischen geben
und nehmen aus dem Pool der Freien Software.

Letzendlich zielt das Modell der Freien Software ja auch darauf hinab
dem Nutzer einer Software alle M"oglichkeiten zu geben, die auch der
Distributor der Software hat, ein Abh"angigskeitsverh"altins,
Upgradezwang und "ahnliches wird somit im Keim erstickt und macht
Freie Lizensen f"ur komerzielle Software nicht besonders interessant.

\end{document}

